Die Fehmarnbelt Geschichte

Waving Danish and German flags of the political map of the world
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1864-65 arbeitete ein Mann namens Gustav Kröhnke intensiv an einem Plan, der Copenhagen und Hamburg näher zueinander bringen sollte. Sein Hauptargument war zwar der finanzielle Gewinn, den die beiden Großstädte sich von einer direkten Eisenbahnverbindung mit Fährtransport über den Fehmarnbelt erhoffen konnten. Aber die wahre Triebkraft hinter seiner Arbeit lag eher 190 Kilometer von Kopenhagen und 140 Kilometer von Hamburg entfernt. Auf der Insel Fehmarn.

Der Traum vom Touristenboom

Hier war seine Frau geboren. Sie wuchs im kleinen Gammendorf drei Kilometer von der Nordküste der Insel entfernt auf. Als Kind hatte sie sicher viele Male den Sandstrand und den Blick über die 19 km breit wogende Ostsee zwischen ihrer Geburtsinsel und der nächsten Küste der nördlichen Inselgruppe genießen können, die von den Dänen gern „Südseeinseln“ genannt werden. Gustav Kröhnke und seine Frau träumten davon, einen Gasthof auf Fehmarn zu betreiben. Und was wäre für einen solchen Betrieb mehr förderlich als Verkehr? Ein Zug und eine Fähre mit Massen von Reisenden. Doch Kröhnke und seine Frau bekamen ihre Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den Metropolen jedoch nicht.

Die Zugehörigkeit wechselte

Die Geschichte der Region, deren geographische Drehscheibe der Fehmarnbelt bildet, ist die Geschichte über die Nachbarschaft dreier Länder im Guten wie im Bösen. Schweden, Dänemark und Deutschland. Oder besser gesagt die Geschichte der Nachbarschaft dreier Gebiete, die im Laufe der Geschichte einst einem Staat unterlagen, heute aber zu ihrem jeweiligen Heimatland gehören. Eine besondere Periode in der Geschichte der Region, an die sich sicher viele noch von ihrem Geschichtsunterricht erinnern, ist der deutsche Hansebund. Sein umfangreicher Heringshandel, nahm internationale Dimensionen ein.

Der große Heringsmarkt

Die „Erfindung” des Heringsmarktes selbst muss dem dänischen König zugeschrieben werden, der im unter dänischer Herrschaft stehenden Skåne ein Gebiet für internen Handel vom Zoll befreite. Seine einzige Bedingung war, dass der Handel mit königlich dänischen Münzen erfolgte. Die Ostseefischer, von denen viele von Lolland, Falster und Møn kamen, lieferten den Hering, die Deutschen kamen mit Salz und die Lokalbevölkerung in Skåne stellte Tonnen her. So entstanden enorme Mengen Salzhering, die von Händlern aus ganz Europa aufgekauft wurden. Der Salzhering wurde in großem Stil ins katholische Europa weiterverkauft, denn er war eine erlaubte Speise während der fleischlosen Fastentage.

Ein integrierter Arbeitsmarkt

Der wohl bekannteste Heringsmarkt war „Falsterbo”, dessen Name direkt auf die vielen Fischer von Falster verweist, die ihre Fänge auf dem schonischen Heringsmarkt anlandeten. Eine Abrechnung von 1494 hält fest, dass 97 der 434 Verkaufsstände in Falsterbo von Leuten der Orte Stubbekøbing und Nykøbing auf Falster betrieben wurden. Mit einem Jahresverkauf von 300.000 Tonnen Hering war es ein gigantischer Handelsplatz. Und eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Leuten der zwischen Schweden, Dänen und Deutschen aufgeteilten Fehmarnbeltregion. Jeder von ihnen trug seine Spezialitäten dazu bei, und zusammen erzielten sie einen Riesenerfolg.

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